Kirche - Ortschaft Uetz

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Kirche

Die folgende Chronik basiert auf Auszügen eines Beitrages von Herrn Walter Wernstedt. Der komplette Beitrag ist in einem Gemeindebrief des Jahres 2001 erschienen und dort auch nachzulesen.

"Um 1564 wird "Uesse" ein Vorwerk genannt In dieser Zeit entstand die Uetzer-Linie des Geschlechts derer von Bardeleben, aus der später der Graf Friedrich Wilhelm von der Schulenburg zu Kehnert hervorging. Uetz war Stammsitz dieser Linie, zu ihm gehörten die Güter und Dörfer Kehnert, Sandfurth, Cobbel, Mahlwinkel, Zibberick, Schricke und Ramstedt.

Kurze Zeit später hinterließ der Dreißigjährige Krieg große Verwüstungen. Was noch existierte wurde dem Erdboden gleichgemacht. Im Jahre 1692 versetzte Friedrich Aschatz von der Schulenburg das noch "übergebliebene" an die Familie von Quitzow. 1716 löste Freiherr Joachim Ludplph von der Schulenburg, er war Geheimer Preußischer Kriegsrath, das Verpfändete wieder ein und es wurde mit Kehnert vereinigt und vom Besitzer bewohnt.

Zu diesem Zeitpunkt ließ Joachim Ludolph von der Schulenburg die Kirche errichten. An den Bau der Kirche erinnert eine Sandsteintafel über der Kirchentür. Sie enthält nicht nur den Namen des Auftraggebers, sondern auch die Jahreszahl 1725. Der Kirchturm wurde später errichtet.

Um 1785 finden wir folgende Eintragungen: Der Besitz des Freiherrn von der Schulenburg hatte mit Kehnert, Sandfurth und Uetz 219 Seelen; zum Rittergut gehörten 1027 Morgen Acker, 28 Morgen Gärten, 787 Morgen Anger und 938 Morgen Holzung.

Die Einwohner hatten nur Gartenland und waren der Gutsherrschaft dienstverpflichtet. Im Orte war eine herrschaftliche Kapelle, worin aber wegen der stark angewachsenen Gemeinde vom Prediger zu Cobbel ordentlicher Gottesdienst gehalten ward.

1815 ist das Todesjahr des 1742 geborenen Grafen und Staatsministers Friedrich Wilhelm von der Schulenburg. Er fand seine letzte Ruhe im Uetzer Familien-Mausoleum, das sich an der Kirchenrückwand befand. Diese Familiengruft wurde später entfernt.

Mit dem Tode des Grafen war die mit Busso von der Schulenburg ins Leben gerufene "Uetzer-Linie" erloschen, da der Graf nur Töchter hatte. Die Schulenburgischen Güter, die nach dem Tode des Grafen 1815 in den Besitz des Schwiegersohnes Franz Ludwig Fürst von Hatzfeld übergegangen sind, werden von ihm verkauft.

Die Uetzer Kirche besaß zwei versilberte Zinnleuchter. Der eine Leuchter trug die Inschrift: "Marie Elisabeth von der Osten geborene von der Schulenburg 1726", der andere stammte von der Fürstin von Hatzfeld. Beide Leuchter sind nicht mehr vorhanden.

1907 ist das Gründungsjahr einer selbstständigen Gemeinde Uetz. Als erster Protokollführer fungierte der Kantor, Küster und Organist Regmund Schneider.

Die Landgemeinde Uetz bildet 1913 einen eigenen Schulverband, die dort befindliche Schule ist eine Küsterschule, Patron der Kirche zu Uetz ist der Besitzer des Rittergutes gleichen Namens.
1931 wird erstmals in einer Sitzung die Trennung von Kirche und Schule vorgenommen. Eine Sitzung mit dem Gemeindekirchenrat wird vorbereitet. Eine Einigung erfolgt erst im Jahre 1934, die Trennung von Gebäuden und Grundstücken wird vorgenommen. So erhält die Kirche: 16 Morgen Acker auf der Eichbreite, 1 Morgen Acker Sandfurther Weg, 2 Morgen Wiese in der Gemarkung Kehnert. Weiterhin muss ein würdiger Zugang zur Kirche "erhalten" werden.

Nach 1945 erfolgte die Umgestaltung des Dorfes. Das Rittergut wurde unter 18 Neubauern aufgeteilt. Das Gutshaus wurde in Verwaltung der Gemeinde genommen. Die Kirche diente nach dem Zweiten Weltkrieg beiden Konfessionen, sowie evangelischen als auch katholischen Christen.

Der Zahn der Zeit nagte erheblich an der Bausubstanz der Kirche und des Kirchturms. Wenn auch in den Jahren 1950 -1990 Instandsetzungen und Umbauten unter schwerstmöglichen finanziellen Bedingungen und mit großem Einsatz der Uetzer Bürger durchgeführt wurden, konnten die Schäden am Kirchendach und im Turm nicht völlig behoben werden.

Erst im Jahr 2000 gelang es durch die Unterstützung der Gemeinde Uetz, durch Mittel des Dorferneuerungsprogramms und durch Spenden von Einwohnern und Betrieben, das Kirchendach zu sanieren. Der Kirchturm mit seiner Barockhaube haben im Jahr 2010 die
unbedingte Erneuerung erfahren.

Mit der Zeitungsüberschrift: "Uetzer Kirche nach Außensanierung wieder eingeweiht" fand am 27.Mai 2001 eine Goldene Konfirmation mit vielen Gästen aus nah und fern statt.

Im Kirchturm hängt die 1920 aus Stahl gefertigte Glocke mit der Inschrift: "Friede auf Erden", die seit
Anfang 2010 werktäglich oder zu Gottesdiensten wieder für alle hörbar erklingt.

 
 
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